Bild-Lilli, die Ur-Barbie
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Index:

Barbies Einleitung

Barbies Vorgeschichte

Barbies Biographie

Barbie die Puppe

Barbie's Fabrikmarkierungen

Barbie und die Kritik

Barbies Freundinnen und Verwandte

Ethnische Barbies

Barbie Kleidung

Die Barbie Jahre, 1959 - 2009

Barbie Luxuspuppe zum Massenspielzeug

Barbie als Sammelobjekt

Silkstone Barbie Puppen

Wie pflege ich den Kopf der Barbie?

Wie pflege ich den Koerper der Barbie?

Wie pflege ich die Kleider der Barbie?

Barbie gegen Bratz

Puppen der My Scene-Reihe

Fuenf verschiedene Sammler Typen

Erklaerung von Abkuerzungenen

Sonstiges


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Die Geschichte der Bild-Lilli begann eigentlich direkt mit der Bildzeitung.
In den fruehen fuenfziger Jahren bekam der deutsche Karikaturist Reinhard Beuthien
von der damaligen Redaktion den Auftrag, mit einem Comic als Lueckenfueller die erste Ausgabe
zu bereichern und die erschien dann am 24.Juni 1952.
Also wurde Lilli an diesem Datum geboren, Sie war jung, huebsch und kess und sie konnte
ihre Bewunderer um den Finger wickeln.
Eine Frauengestalt wie sie typisch fuer das Wirtschaftswunderland der Nachkrigszeit war.
Aus dem Lueckenfueller wurde allerdings ein fester Bestandteil der Bildzeitung die dem Zeitgeist
der von Konsum, Mode und neuen Freiheiten gepraegten Auftreten der
pikanten Blondine einen beachtlichen Anfangserfolg brachte.

Die Lilli wurde mit der Bildzeitung bekannt und erfolgreich, dass man in der Redaktion 1953 beschloss, die Lilli als Werbepuppe fuer die Zeitung erstellen zu lassen und einzusetzen. Nach dem Vorbild der Karikatur sollte der Modellier-Spezialist Max Weissbrodt, des Spielwarenfabrikanten Hausser/Elastolin in Neustadt bei Coburg eine Werbepuppe auf der Grundlage der Zeichnungen von Reinhard Beuthien kreieren.
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Die von Max Weissbrodt erschaffene Puppe wurde von Hausser dann von 1955 bis 1964 produziert und
insgesamt wurden 130000 Pupppen hergestellt.
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- Sie wurde in beiden Groessen von 30cm und 19cm vertrieben. 
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- Die Original Lilli hatte schwarze angegossene Schuhe und Ohrringe.
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- Verpackt kam sie in einer durchsichtigen Plasticroehre mit der Aufschrift:
Bild-Lilli in den Handel, dabei diente der Boden dieser Packung gleichzeitig als Staender.
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- Sie hatte immer eine huebsche Miniatur Bildzeitung dabei.
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Lilli wurde mit dutzenden verschiedener Kleider zum Kauf angeboten. Fruehe Kleidungsstuecke zeichnen sich meist durch einen besonders verfuehrerischen Schnitt aus. Urspruenglich war diese Puppe ja als Werbemittel und Gag fuer Erwachsene gedacht.
Doch schon ein Jahr nach ihrem Erscheinen erkannten die Hersteller, dass sich eine ganz andere Zielgruppe fuer diese Puppe interessierte.
Ihre groessten Erfolge erreichte Lilli deshalb als Spielpuppe. Daraufhin wurde das Sortiment umgestellt, das Kleiderangebot vergroessert.
Die Kleidungsstuecke konnten auch einzeln gekauft werden. Es sind ueber 80 verschiedenen Lilli-Kostueme bekannt.
So gab es Lilli als: Tennisspielerin, Taenzerin, Eislaeuferin, Stewardess, Krankenschwester, als Hula-Maedchen, Ungarin,
zuletzt noch in fuenf verschiedenen Dirndln, in Jeans, im Pelzmantel und in eleganten Abendroben.
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Der Sammler erkennt die originale Lilli-Bekleidung an ihren Druckknoepfen. Sie sind nicht, wie die der Barbie, von innen in die Kleidung eingenaeht, sondern von aussen und innen in den Stoff gepresst. So ist von aussen immer ein runder Metalldruckknopf mit einem Loch in der Mitte zu erkennen, der in seiner Farbe der Bekleidung angepasst ist. Innen sind die Knoepfe mit „PRYM“ gekennzeichnet.
Dies ist das Markenzeichen des gleichnamigen Familienunternehmens aus Stolberg, mit seinem Gruendungsdatum 1530 eine der aeltesten deutschen Firmen und heute einer der Weltmarktfuehrer fuer, unter anderem solche Druckverschluss-Systeme.
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Die Bild-Lilli wurde bei Hausser, Sammlern auch bekannt durch seine Elastolin-Figuren, - daher auch die Bezeichnung Hausser-Elastolin, - aus Polystyrol-Hartplastic hergestellt. Die einzelnen Glieder der Lilli waren beweglich; sie wurden durch Gummibaender am Koerper gehalten.
Der Kopf besass am Hals einen leicht schraeg vom Kinn nach oben zum Nacken verlaufenden Trennschnitt. Der Gummi wurde darunter mit einer Oese gehalten. Das Haar wurde mittels einer Halbkugel aus Plastic gehalten, welche am Kopf aufgeschraubt war. Typisch war der Pferdeschwanz und die in Stirn und Wange fallende Locke. Die Haarfarbe war in der Regel wie im Comic: blond. Ausnahmen, und heute gesucht, waren seltene bruenette oder rothaarige Modelle. Der Kopf besass ein bemaltes Gesicht, aufmodellierte Wimpern und  zumeist auch Ohrringe. Zusammengesetzt und bekleidet wurde die Bild-Lilli bei der Firma „3M“ in Moenchroeden.
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Auf dem Ruecken findet sich die im Guss eingelassene Markierung: Elastolin-Hausser. Die Puppe weist auch kleine Loecher in den Fuessen bzw. den Schuhen auf. Somit kann sie auf den aus der Bodenplatte ragenden Metallstift der auch als Verpackungsboden fungiert gesteckt werden.
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Dies ist dieselbe Konstruktion wie die der ersten Barbie, demzufolge wurden auch diese Details kopiert. Die 30cm Puppen wurden in Deutschland fuer ca.12.00 DM, die 19cm Exemplare fuer ca. 7.50 DM verkauft. Geliefert wurde in nahezu alle westlichen Laender, im Ausland bekam die Verpackung; die durchsichtige Plasticroehre, jedoch lediglich die Beschriftung „Lilli“ statt „Bild-Lilli“. Die Bild-Lilli war in Deutschland derart populaer, dass 1957 sogar ein Film: „Lilli – ein Maedchen aus der Grosstadt“ mit der Daenin Ann Smyrner und Rudolf Platte gedreht wurde.
Die grosse Popularitaet liess allerdings bald Nachahmer auftreten. So wurde die Lilli bereits in den 50er Jahren in Fernost als Kopie hergestellt. Teilweise weisen die Kopien keine Markierungen auf, oder aber sie sind mit Hongkong auf dem Ruecken gekennzeichnet.
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Die bekannteste Kopie wurde spaeter allerdings als „Barbie“ weltberuehmt.

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Babs: "Hong Kong Lilli"
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In  den spaeten 50er Jahren lizenzierte die Marx Toy Company in Hong-Kong das Bild-Lilli design fuer eine aehnliche 11.5 Zoll (30cm) Puppe welche auch eine Reihe seperater Kleider aufwies. Besagte Puppe wurde  von den fuenfzigern bis in die sechziger Jahre produziert,
sie ist der Bild-Lilli ganz aehnlich jedoch aus wesentlich billigerem Plastic gefertigt. Diese Marx Puppe wird volkstuemlicherweise als “Hong Kong Lilly” bezeichnet. Auch ist ihr Aufbau der Bild-Lilli sehr aehnlich. Spaeter vermarktete, Fab-Lu Ltd., (Luften Ltd. – auch als Farber-Luft Ltd. bekannt) eine Plastic Modepuppe die Babs genannt wurde, basierend auf eben der Bild-Lilli. Sie wurde mit einer Reihe von Kleidern verkauft, hatte einen Freund und eine juengere Schwester. Sie stellte eine billigere Alternative gegenueber der Barbie in den 60er Jahren dar. Babs’ Gussform und deren Peruecke sind der Bild-Lilli aehnlich, etwas mehr wie eine geklonte Bild-Lilli, denn eine geklonte Barbie. Wenn man eBay nach Bild-Lilli durchsucht kann man eher einige der Hong Kong Lilly’s oder Babs Puppen finden die als Bild-Lilli’s gelistet sind, diese “Bild-Lilly-Typen” verkaufen sich gewoehnlich unter $ 200.00 Dollars. Eine Original Bild-Lilli in gutem Zustand ist rar und rivalisiert im Preis mit der Barbie Nummer 1, somit versuchen eingefleischte Bild-Lilli Fans lieber eine billigere Hong Kong Lilly, (oder sogar Barbie Puppen), umzumalen statt sich der Verschwendung fuer ein Original hinzugeben um dafuer etwas zu bekommen was dann einer Original Bild-Lilli etwas gleicht.
Immerhin hat eine Original Marx Lilly Puppe, oder Babs ihresgleichen auch einen gewissen  Sammlerwert und damit auch einen Platz in der Puppengeschichte was von Modepuppensammlern auch anerkannt wird.
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Schwabinchen
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Unbekannt ist auch, dass Barbie noch weitere Nachfolgerinnen hatte, Barbie’s Schwester sozusagen. Reinhard Beuthien, Lilli’s geistiger Vater, arbeitete in den 60er Jahren in Muenchen fuer die dortige Abendzeitung. Nach dem von ihm dort veroeffentlichten “Schwabinchen” wurde in der 3M Puppenfabrik eine neue Puppe geschaffen. Schwabinchen ist von kleinerer Statur und geringerer Qualitaet als ihre Vorlaeuferin, auch fehlen ihr deren Flair und Ausstrahlung. Fuer den Sammler ist an dieser Puppe die Bekleidung am interessantesten. Oft wurden Restbestaende an Lilli-Kleidung verwendet, die zu diesem Behufe aber gekuerzt werden mussten.
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Der beruehmte Zeichner Reinhard Beuthien, der die Person von Lilli fuer die Bild-Zeitung geschaffen hat, die danach durch die Spielwarenfabrik Hausser eben besagte Puppe hervorgebracht hatte, verliess die Redaktion der Bild-Zeitung und ging nach Muenchen um dort eine andere Person, eben "Schwabinchen“ zu schaffen, dieses Maedchen war auch huebsch kess und bewegte sich im volkstuemlichen Muenchner Vorort Schwabing wo sich auch viele Kuenstler treffen.
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Im Gegensatz zu Lilli, war Schwabinchen bruenett aber sie hatte denselben forschen und aufreizenden Charakter wie Lilli. Das Publikum liebte diese Cartoons sofort und der Erfolg ermutigte die 2M Puppen Hersteller dazu eine Puppe nach ihrem Vorbild zu fertigen. Diese Firma 3M, deren Initialen: „Martha Maar Moenchroden“ heissen, hatte bereits mit Hausser, dem Hersteller der Bild-Lilli fuer deren Produktion zusammengearbeitet und lieferte hauptsaechlich die Kleider. Martha Maar war nun die verantwortliche Gestalterin fuer diese neue Puppe und demzufolge durfte sie auch die Zeichnungen von Reinhard Beuthien kopieren.
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Als 3M sich entschieden hatte Schwabinchen zu produzieren bekam sie keine Bewilligung die Gussformen der Lilli-Puppe zu verwenden und beauftragte in der Folge einen talentierten aber unbekannten Modellbauer mit der Aufgabe. Schwabinchen war voellig anders als Lilli, sie war nicht so huebsch und ihr Koerper wies nicht diesselben Proportionen auf. Die Arme und der Kopf schienen etwas unproportional geraten zu sein.
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SCHWABINCHEN ist 26 cm gross, Hohlplastic wurde fuer die Beine verwendet, der Koerper und die Arme bestehen aus vollem Hartplastic,
waehrend der Kopf aus weicherem Vinyl besteht. Ihre Fuesse wurden abgewinkelt und die Beine wurden so am Koerper befestigt, dass eine perfekte Sitzstellung erreicht werden konnte. Ihre Haende wurden mit einzelnen Fingern sehr filigran gestaltet. Auf dem Ruecken der Puppe findet man das Markenzeichen von 3M. Ihr Gesicht wurde gemalt und mit den mandelfoermigen Augen ergab sich ein ausreichend markantes Makeup.
Das eingesetzte Haar ist im Kopf verankert und sie war als bruenette-, blonde- oder rothaarige mit kurzen oder langen Frisuren angeboten.
Dennoch wird oftmals oft eine Fehlkonstruktion des offenen Kopf-Oberteils dieser Puppe sichtbar, wenn die Frisur nicht alles abdeckt, viele Puppen wurden mit diesem Defekt verkauft ohne dass die Produktion und auch die Haendler dies bemerkt haetten.
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Dafuer hatte sie eine umfangreiche Garderobe die genau auf ihre Masse angefertigt wurden. Weil ja die Unternehmung auch alle Kleider fuer die Lilli angefertigt hatten, konnten die Couturiers auch auf die unverkauften Kleider von Lilli’s Garderobe zurueckgreifen und diese lediglich aendern und der Puppengroesse anpassen. Dies erklaert warum viele ihrer Kleider von Lilli’s Garderobe inspiriert wurden, und heute ist es schon deswegen recht schwierig zwischen den einen oder den anderen der Kleidungsstuecke unterscheiden zu koennen, lediglich bei der Laenge kann man es schlussendlich feststellen. Ihre Schuhe waren aus Plastic hergestellt mit einer Blume auf dem Oberteil und wenn man genau hinschaut kann man feststellen, dass es dieselbe Blume ist welche auch bei Lilli’s Ohrringen verwendet worden sind.
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SCHWABINCHEN wurde auch in einer kreisrunden, transparenten Plasticroehre angeboten, das allerdings der Puppengroesse wegen etwas kleiner war als die von Lilli. Auf der Aussenseite stand in goldenen Lettern: "SCHWABINCHEN EINE 3M PUPPE". Ihr ganz spezieller Staender konnte jedoch nur fuer diese und keine andere Puppe verwendet werden.
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Kurioserweise wurde diese Puppe auch in Schweden kommerzialisiert unter dem Namen: Betty. Hergestellt nur zwischen 1962 und 1964, aber in viel kleineren Auflagen als Bild-Lilli, deshalb ist sie heute sehr schwer zu finden und von Sammlern sehr gesucht.
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Schlussendlich wurde spaeter die Herstellerlizenz an eine hollaendische Gesellschaft namens; «’T-POPPENRIJK» weiterverkauft und diese verwendeten diesselben Gussformen zur Herstellung einer Puppe die unter dem Namen: «WILLY WILDEBRAS» verkauft wurde. Die Puppe hatte keine Markierungen mehr auf dem Ruecken, war aber andererseits identisch mit dem Schwabinchen ausser dass ein anderes Plasticmaterial zur Produktion verwendet wurde. Sogar Kleider sind fuer diese Puppe gefertigt worden, allerdings ohne irgendeine spezielle Markierung oder ein Label und das macht deren Identifizierung sehr schwierig. Diese hollaendische Puppe wurde bis 1975 verkauft.

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